and I will always miss dreaming my dreams with you.

Welches Lied gerade angemessen ist stellt sich vllt noch im Laufe des Schreibens raus und auch der Titel klärt sich später noch auf. Falls ichs nicht vergesse.


Ich habe also Ewigkeiten nicht mehr geschrieben und es gibt ohnehin niemanden bei dem ich mich deswegen entschuldigen müsste, das Internet ist voller Gnaden und vergibt immer. Ähnlich wie Jesus zum Beispiel.

Außerdem ist das für eine Erasmus Studentin ein gutes Zeichen. Man hat keine Zeit mehr um sich um die schnöden Dinge wie das Blog Schreiben zu kümmern.

Ohnehin muss ich das ganze etwas vage halten...irgendwie muss ich ja auch meine eigene Persönlichkeit und die von anderen schützen.

Na gut wo fange ich an? Wann hab ich das letzte Mal geschrieben und über was eigentlich?

Meine kurze Affaire mit dem Iren war ganz sicher nicht die beste Idee die ich je hatte aber sie war einer von vielen Bausteinen zu meiner jetzigen Situation. Außerdem stempeln wir sowas heutzutage gern als „naja, erstes Semester eben“ ab, zucken mit den Schultern und widmen uns der Gegenwart. Man könnte es auch als Verzweiflungstat bezeichnen. Um die Sache abzuschließen, ich hab ihn noch ein oder zweimal irgendwo herumlaufen sehen, aber ich hab einfach weggesehen und einmal sogar so getan als wäre ich in ein Gespräch vertieft^^Er ist wohl wieder mit seiner Ex zusammen. Sie tut mir sehr leid, ich bin mir sicher sie weiß nichts von meiner Existenz. Wie schmerzhaft ist das, die Freunde deines Freundes wissen es und kannten diejenige, dein Freund weiß es auch und keiner sagts dir. Traurig^^Soviel dazu.

Wann und wo sich mein Leben so krass verändert hat kann ich nicht mehr genau sagen. Irgendwo zwischen Dominion, Old-Lady's-Pubs, sehr viel Whiskey, Smithwicks und Weißwein, irgendwann zwischen einer Zigarette und der nächsten, im Regen vllt und sicher irgendwann im Januar. Ein Kuss der unerwarteter kam als jeder andere davor, ein paar verstörende Gespräche und danach nur noch ein perfekter Augenblick nach dem nächsten. Ich war noch nie so glücklich, und dabei hängt es gar nicht von dieser Person alleine ab...ich habe vielmehr wirklich verstanden was ich will, wer ich bin und wer ich sein will...und auch dass ich am Ende nichts jemals ganz verstehen werde. Dass ALLES möglich ist. Und nichts davon wirklich falsch ist. Wir fangen Krieg aus Langeweile und Egoismus an, Buddhismus verbietet ausschweifende Sexualität und Kohlenhydrate sind mein größter Feind. Und das ist nur eine kleine Auswahl von den Fakten des Lebens die ich hier gelernt habe. Ich habe meine Religion mindestens ein paar tausend Male gewechselt und ich bin sehr fromm. Ich bete Cheeses an und ich bekehre Jünger für die Church of Alan. Vielleicht werde ich auch bald eine Schokoente heiraten und mich endlich kreuzigen lassen. Alles ist möglich, nichts ist wahr, alles ist erlaubt!

Nützliches habe ich sicher auch getan, meine Karriere durchgeplant samt Plan A und Plan B, durchgehend As geschrieben (letztes Semester waren es fast nur As aber auch zwei B+) und fleißig gelesen und studiert. Ich habe alle, bis auf zwei, Romane von Mary Shelley gelesen, mich mit der Postmoderne und Cyberpunk auseinandergesetzt, Baudrillard lieben gelernt, meine Grenzen ausgetestet, Nächte lang auf Red Bull Essays geschrieben...gelernt dass ich ALLES schaffen kann wenn ich es nur will. Ich habe östliche und westliche Philosophie studiert und neue Freunde in German Modernism kennen gelernt, wo wir uns zu meiner Freude mit meinem Lieblings-Mann Tonio Kröger, dem besten Schnitzler Fräulein Else (ich bin sie!) und expressionistischen Gedichten (BENN!Oh Nacht!) auseinandergesetzt haben. Ich habe soviel gelernt und dabei sogar fast Spaß gehabt.

Unsere WG lief mal so, mal so. Mari und Michi kommen seit der ständigen Anwesenheit von Maris Freund Nate auch nicht mehr klar, Noelle ist sehr nett aber Alex ist manchmal seltsam. Ich liebe sie alle (naja gut mit Mari kann ich echt nichts anfangen und Nate ist halt ein Depp, da brauchen wir nicht zu babbeln) aber im Grunde genommen nur eine Zweckgemeinschaft und die Erkenntnis dass ich lieber in kleineren Wgs leben möchte. Die waren mir zu dreckig.

Aber all das ist im Prinzip so wahnsinnig nebensächlich. Ich mag das. Sonst müsste ich mich über das ein oder andere sicher stundenlang aufregen und das tut meinem Blutdruck doch nicht gut^^

Von Erasmus etc. habe ich mich völlig gelöst, damit kann ich nichts anfangen. Mein Schlüssel zum Erfolg war sicher das Dominion, schließe dich einer möglichst kleinen Subkultur an und du wirst so schnell Freunde finden wie ein nicht verhaltensgestörtes Kind an seinem ersten Tag im Kindergarten in der Igelgruppe. Es ist ein natürlicher Prozess.

Das mit A. Wird sicher immer irgendwie schwierig sein...jemand der so viel zu geben hat und nichts für sich haben will tut anderen auf Dauer nicht gut. Aber sicher der beste Gefährte wenn man orientierungslos, einsam und alleine durch eine neue Stadt eiert. Vielleicht ist das Dominion auch dem Untergang geweiht, aber das wäre sehr schade. Ich bin nämlich nur eine von sehr sehr vielen die in Dublin gestrandet sind und durch das Dominion sozusagen ihr Glück gefunden haben...viele sind daraufhin in Irland geblieben, einige haben untereinander geheiratet, Kinder bekommen etc. Und überhaupt ist es wundervoll, jede Woche andere Djs zu haben, billigen Eintritt, so tolle Menschen etc. etc.- wenn ich da an die Rofa oder das Nero zu Hause denke kann ich nur dieses verächtliche Pups-Geräusch aus Two and a half Men/ How I met your mother machen (Lönny, falls du das liest, ich kann das jetzt!^^). Aber sie machen wohl bald pleite. Leider.

Ein wichtiger Abend in diesem Zusammenhang war sicher auch der Gig einer Band die gerade durch Australien tourt. Es war wundervoll sie kennen zu lernen und die Afterparty war dermaßen LEGENDÄR, ich werde sie niemals vergessen. Der Walk of Shame zurück zum UCD ist mir noch nie so leicht gefallen.

Und mein Bild von Dublin hat sich nur stetig verbessert. Wie mir meine beste Freundin geraten hat mache ich dauernd Bilder in meiner Vorstellung und klebe sie in mein imaginäres Gedächtnis Album. Dieses Wochenende war sicher eins der bilderreichsten. Samstag waren wir auf einem food market (die besten Samosas und Frühlingsrollen der Welt, mein Lieblingsfrühstück), haben später Eier gefärbt, waren den ganzen Tag shoppen und spazieren in der Stadt, haben wundervolles Sushi gegessen und uns später mit Weißwein aus der Dose an den Kanal gesetzt, wo wir eine süße kleine Entenfamilie gefüttert haben. Es war perfekt. Danach haben wir meine Dreads aus Sheffield prepariert und auf meinem Kopf befestigt. Ich sah fabelhaft aus und wurde dekoriert wie ein Christbaum. (Der Nachteil des Dominions ist aber sicherlich die Knappheit an guten Kerlen, hätte genausogut im Schlafanzug gehen können. Dass ich das vorgeschlagen hab bereu ich aber ein bisschen, ich glaube das wird die nächste Motto Party) Nach dem Dominion waren wir wie immer ein wenig betrunken und sind ins Bett gefallen. Im UCD schlafe ich nicht mehr so gerne, versteht sich von selbst. Sonntag haben wir natürlich die Eier gegeneinander antreten lassen und sie dann verspeist, danach ging es mit dem Zug nach Howth, wo wir die Robben angeschaut haben, auf dem Pier gechillt haben, zu den Klippen gelaufen sind, eins der Häuser von Yeats gesehen haben und natürlich mehr Wein und Käse konsumiert haben. Die food markets da waren natürlich auch wundervoll – man kann alles probieren und es war köstlich. Am Ende saßen wir in The Bloody Stream, wo zufällig ein paar Musiker gerade angefangen haben...Es war einfach perfekt und wunderschön, nicht das fröhliche Gedudel dass sie normalerweise aufspielen, mehr melancholische Stücke, als sie „dreaming my dreams“ (z.B. Jamey Johnson) gespielt haben war das einfach einer der vielen, vielen perfekten Augenblicke an die ich mich immer gerne erinnern werde, und die ich schon jetzt immer mit einer gewissen Wehmut erlebe...ich weiß ja, nichts ist für immer da.

Heute waren wir shoppen mit J. und ich habe ein wundervolles Kleid gekauft. Es war auch wundervoll, in guter Gesellschaft durch die Stadt zu laufen und ständig Menschen zu treffen die ich kenne...das hätte ich nie gedacht dass das mal so wird^^ Das Kleid werde ich brauchen wenn wir IN STYLE nach Paris und Madrid fliegen. Two beavers, two absolutely posh ladies, ein paar Rockstars und ein Sumpf aus Städte besichtigen, Industrial, Parties, neuen Freunden und jede Menge Spaß...Freiheit vielleicht. Oder einfach nur Leben. Ich kannte diese Welt vorher nicht aber ich liebe sie und hoffe ich werde immer ein Teil davon sein. Klar ist die Finanzierung ein großes Problem. Im Moment zum Beispiel habe ich nicht mal genug um mir eine Mahlzeit zu kaufen, das Geld für Kleid, Essen der letzten Tage etc. war alles geliehen. Ganz ganz bitter. Ich würde sagen mein Leben scheitert zuweilen an der Realität, vllt träume ich noch mehr als vor Irland. Aber dann, ist träumen etwas schlechtes? Über Freuds Traumanalyse habe ich übrigens auch viel gelernt, es ist sehr traurig wenn man darüber nachdenkt. Wie oft ich von meinem (deutschen) Exfreund träume und dann wie seltsam und wirr manche Träume sein können. Und die, die ich tagsüber träume, sind vllt noch wilder...und manchmal ganz spießig. Ich würde am liebsten nach dem Studium in Deutschland nach Dublin ziehen und dort bei G. Arbeiten. Es wäre der absolute Traumjob, das absolute Traumunternehmen und ein paar Leute kenne ich da auch schon. Und ich könnte in Dublin bleiben, meine Träume weiterleben und mein Leben weiter träumen...

Mir wurde gesagt ich sei sehr reif für mein Alter. Ist das so? Das würde mich schon interessieren, wo ich doch so viel Zeit mit träumen verbringe...Vivre la vie comme un rêve.

Es wird ein bisschen schwer in das alte Leben zurückzufinden...ich liebe meine Freunde und meine Heimat natürlich schon. Aber wenn ich so weit weg sein musste um mich selbst zu finden, ist es dann in Deutschland nicht irgendwie einengend gewesen? Wo lag das Problem? Oder werde ich auch das alles jetzt in einem anderen Licht sehen? Auch meine Uni hat mir ein bisschen gefehlt, es wird zwar schwer zu akzeptieren, nicht mehr immer die Einserstudentin zu sein aber dafür ist der Anspruch auch wesentlich höher. Ich will das einfach verdammt gut machen und einen exzellenten Abschluss machen, um meine Träume nicht zu gefährden. So viel Realität muss sein. Vllt auch mehr arbeiten etc. - ich bin jung und brauche das Geld. Für Flüge nach Dublin und sonst wohin. Und für die Verbesserung meiner Klamotten, ich sehe manchmal doch ziemlich zerrissen aus, gar nicht wie eine Lady. WAR ON ERROR.

Ah, trotzdem wird es immer gut tun, zu Joy Division zu träumen, herumzuliegen und seinen trüben Gedanken nachzuhängen. Ich finde, Glück ohne Leid ist auch nicht wirklich Glück. Nur Euphorie. Bestenfalls. Noch stehe ich auch noch nicht unbedingt zu 100Prozent über den Dingen. Das bedarf in Deutschland auch erst einmal einer genaueren Probe.

Im großen und ganzen ist das Kapitel noch lange nicht zu Ende und so viele kleine Anekdoten und wundervolle Geschichten haben hier bis jetzt noch keinen Platz gefunden...Man kann ohnehin nicht alles erzählen. Aber ich wollte einfach mal ausdrücken, wie wundervoll es hier ist und wie einem das Leben unerwartet in die Karten spielen kann...ich glaube meine letzten Blog Einträge ließen diese Entwicklung ganz sicher nicht vermuten, damals wäre ich um ein oder zwei lockere Bekanntschaften schon froh gewesen und natürlich macht es das anfängliche Leid nicht ungeschehen...das eine geht halt nicht ohne das andere und alle, ALLES, ist eine Erfahrung aus der man lernen kann. Aber ich weiß jetzt schon, das hier ist die beste Zeit meines Lebens und egal was passiert ist und egal was noch passieren wird, sie wird es immer bleiben. Im Prinzip kommt da das Dionysische und das Apollonische ins Spiel und daher brauche ich auch unbedingt für beides einen guten Musiktipp...

Das Dionysische (also Party, Paris, Madrid, nicht ganz nüchtern, ausflippen, lieben , tanzen und immer nur tanzen): Ich schwanke zwischen Frittenbude-Elektrofikke und dem lange gesuchtem Never trust a Klingon von S.P.O.C.K. - ah, fuck it, da nehm ich beides.

Das Apollonische (also überlegen, rational sein, real vllt sogar, studieren, und vernünftig sein, über das Dionysische reflektieren) v.a. Für letzteres is da ganz wichtig, im Voraus schon mal, Frühling in Paris von Rammstein und von Joy Division mindestens Love will tear us apart, Decades und New Dawn Fades.


26.4.11 00:00

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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Adrian (26.4.11 19:39)
Es gibt sicherlich Personen, die dich besser kennen als ich und deren Kommentare diverse Kerne vielleicht noch eher treffen, aber...

...für mich hast du dich irgendwie verändert. Zumindest hat es dein Schreibstil. Vom Kokettieren und Pendeln zu Feststellungen und Entschlossenheit. Offenbar hast du da etwas gefunden, was dir gefehlt hat. Das freut mich sehr für dich! ;-)

Ob es am Ort liegt oder ob dieser Zugang auch in der Heimat bestehen bleiben wird, wirst du ja dann bald sehen!

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