eternity is at an end

heute bin ich mal so frei und empfehle ein ganzes Album, der guten alten Zeiten wegen. "Three cheers for the Newlydeads" von Ashbury Heights. Ich glaube, die kennt man hier auch, komischer Weise.

Grade habe ich sehr viel Zeit um hier rumzutexten weil ich krank bin und da ich so gerne rumjammere trifft sich das ja sehr gut. Gestern hab ich den Tag im Bett verbracht, ich glaube ich hatte Fieber. Den Tag davor, Bank Holiday, dachte ich noch, ich wär einfach nur verkatert. Hätte mich auch nicht gewundert *hier bitte dramatische Rückblende einfügen*

also Freitag war wirklich unglaublich langweilig. Die Decke ist mir auf den Kopf gefallen, ich habe irgendwann alle Hausaufgaben nachgemacht die ich sonst nicht erledigt habe, sogar Irish, und mein Zimmer plus Bad geputzt. Mein Freund  musste Samstag arbeiten, daher war einfach nichts zu tun. Die Zeit habe ich mir damit vertrieben, mir vorzustellen was ich alles tolles machen KÖNNTE.

Aber Samstag war dafür absolut wunderbar. Erst war ich verunsichert, was er zu meinem Killeroutfit sagen würde, auch das erste Mal zusammen schwarz weggehen kann sehr nervenaufreibend sein^^ Aber er war sehr tolerant und hat sich sogar als Meister des Korsett-Bindens rausgestellt. Irgendwas muss der Mann ja können.^^ Schnell ins spendierte Taxi und schon bin ich zu Hause. The Cure und normale Menschen und jede Menge JackCola. Dazu kostenlose Zigaretten. Ich verdiene das alles nicht. Die Musik war mal wieder wunderbar, hatte seine Flauten aber auch seine Momente. Schon traurig wenn man Nine Inch Nails "Closer to God" nicht kennt. Als DJ. Aber das wäre vllt auch ein bisschen zu viel des Guten auf der Tanzfläche gewesen. Dann ist es doch wieder traurig dass man die besten Kerle immer nur durch den eigenen Freund kennen lernt... Dave, falls du das hier liest, ich glaube du hast einen Bruder^^ ein bisschen wie Manson sieht er aber auch aus. Und er ist sehr nett. Und malt sehr gut. Und Peter, einfach wunderbar. Nur langsam frage ich mich warum mir alle sagen ich soll auf meinen Freund aufpassen. Lieber nicht drüber nachdenken, verschieben wirs auf morgen, Miss O'Hara.

 Das nächste Mal fauche ich Miss K böse an, wenn sie meinen Freund nochmal blöd anmacht. Schon erstaunlich, wie man auch in dieser ach so toleranten Szene noch als Außenseiter gelten kann nur weil man ein paar abgefahrene Piercings hat. In einem Gotenschuppen. Wirklich?

Das Problem sind einfach die Menschen. Immer und immer wieder. Im großen und ganzen bleiben wir immer Kinder. Da muss man sich um einen Freund streiten, dann ist wieder jemand beleidigt weil er nicht genug Aufmerksamkeit bekommt, Eifersucht, Neid, darüber kommen wir wohl nie hinweg. Whatever.

Halbwegs nüchtern und strahlender Sonnenschein an einem wundervollen Sonntag, den wir einfach in Samstag umbenennen weil Montag frei ist. Arm in Arm auf der Grafton Street bummeln. Diversen Straßenmusikern zuhören, unsere Witze machen, als würde der Tag nie zu Ende gehen. Wenn das Leben immer genau so wäre, wären wir wohl beide glücklich.  Einkaufszentrum, bescheidene Auswahl im 3. Stockwerk. Jason besuchen, Vampire-Eyes abholen. Deadly. Wird später seine Schwester ziemlich aufregen. Dann auf nach Tallaght! So schön hätte ich es mir nicht vorgestellt. Aber das ist es anscheinend auch nur, solange die Sonne noch nicht untergegangen ist. So einen herzlichen Empfang hatte ich selten bei der Familie eines Freundes. Gary's Vater umarmt mich zum Abschied und zum ersten Mal fühle ich mich nicht komisch, wenn ich so ein Haus verlasse. Hätte ich auch länger bleiben können. Gucken Inglorious Basterds, lachen über Hans Landa und diskutieren über den deutschen Akzent. "occurred" gave him away. Und wie kann man es ernst nehmen wenn eine Lady sagt, sie würde Hans Landa sofort heiraten?^^ Abgesehen davon, dass er ein Nazi ist...^^ Whatever. Irgendwann sind wir dann doch beide hungrig. Bestellen fachmännisch eine Flasche Rotwein und sind überrascht, wie nett man auch zu den Freaks in diesem Restaurant ist. Köstliches Essen, zu viel Wein. Sinatra! Und ich dachte, sowas gibts nur im Film. Verliebt und überglücklich treffen wir den Rest im Mezz. Komplimente und zu viel JackCola. Unterhalte mich mit dem niedlichen Evan über meinen Pony. Wieder einmal, ich kann nicht sagen wie gern ich alle habe und wie gut ich v.a. ihn und seine Komplexe verstehe! Und Dave wird mich ohnehin bald hassen. Ausgerechnet...! Aber wie ich schon sagte, Kinder, die wir alle sind. Er will einfach nicht teilen und ich will grundsätzlich haben, was ich nicht haben kann. Großartig!

Irgendwie sind wir dann wohl heimgekommen, ich glaube ich habe im Taxi geschlafen und die meiste Zeit Deutsch gesprochen. Wird das immer so laufen, ich bringe ihn Freitags nach Hause und er mich Samstags? Ich werfe ihm Sexismus vor, weil er mich betrunken niedlich findet (weil handsamer?). Er geht viel zu früh an diesem Montag der wie ein Sonntag ist. Wieder fällt mir die Decke auf den Kopf und ich fühle mich zu elend um Sport zu machen. Ich dachte es wäre nur der Hangover. Dienstag habe ich Fieber und gehe nicht zur Uni.

Es ist wirklich grauenhaft krank zu sein in einem fremden Land. Da ist wirklich einfach niemand und man fühlt sich schrecklich alleine. Ich höre ein deutsches Hörbuch an. Ich koche mitten in der Nacht Spaghetti. Ich sehe mir eine ganze Staffel Family Guy an. Trinke einen ganzen Tetrapack Schokosoyamilch. Ich schreibe Nachrichten auf Facebook an Leute die kein Internet haben. Ich freue mich über Gesellschaft in Skype. Ich träume eine schlaflose Nacht. Dieser Wind und diese Wärme. Ich ersticke.  Und wie sagt man jemandem, an deiner Stelle würde ich mir eine Kugel in den Kopf jagen? Ich bin froh, dass er von tropischen Inseln träumt. Nur wie lange noch?

Jetzt ist es doch so geworden. Alles, Irland, Dublin, das alles wird nur noch auf einen einzigen Kerl reduziert. Aber was würde ich sonst erzählen? Heute habe ich eine weitere oberflächliche Bekanntschaft geschlossen. Morgen gehen wir in diesen Club den ich hasse.

Da ist kein Zauber, keine betrunkenen Glitzerpartikel die irgendwo rumwirbeln. Dublin ist wie überall sonst auch. Dieselben Probleme, dieselben Gedanken. Ich bin froh, dass ich nichts anderes erwartet habe. Trotzdem bin ich enttäuscht. Vllt weil ich denke, dass alle anderen enttäuscht sein werden? Und dann wieder glücklich. Und dann wieder deprimiert. Ich will barfuß oder Lackschuh. Ich wollte nie den Kompromiss in der Mitte! Ich sehne mich nach Drama.

Es gibt eine Million Möglichkeiten wie ich das anstellen könnte.

 was ich diese Woche vermisse:

1. deutsche Ärzte

2. Mama

3. das Paket, das irgendwo lost in UK ist

4. Freunde

5. Perspektive

 

 

27.10.10 23:17

Werbung


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen

Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung