...turn on the lights!

(heute empfehle ich mal: “When the music's over” von The Doors)


My beloveds! (zählt das als Juliana Spahr Zitat?)


Auch ich lebe noch. Und überlebe.

Was hab ich eigentlich getrieben seit dem letzten Eintrag? Ich habe keine Ahnung. Es war vermutlich eine Mischung aus weiteren Romanen, Gedichten, Hustenanfällen, Konsum, Filmabenden, Zickenterror, Geldsorgen und verkaterten Wochenenden.

Eigentlich ist alles irgendwie kompliziert und verrückt und gleichzeitig schrecklich einfach um nicht zu sagen primitiv und auch irgendwie deutsch. Egal wo ich hingehe, eigentlich mache ich überall genau dieselben Fehler. Einfach dieselben Sachen. Dublin ändert nichts daran.

Ich bin nach wie vor orientierungslos und es gibt Gerüchte dass Number 10 (uns verbindet eine Hassliebe) bald nicht mehr zum UCD fährt. Wie sollen wir dann hier wegkommen? Aber egal. Solange man einen spendablen Freund hat, der eh lieber Taxi fährt ist das zumindest an Wochenenden ja kein Problem.

Also gut, was habe ich aufregendes erlebt? Wir haben Filme geschaut, mit German und random Leuten. Unsre Heimat, das sind nicht nur die Städte und Dörfer...das sind auch Filme die in Berlin spielen und furchtbar schlecht sind und trotzdem muss ich weinen wenn ich deutschen Weihnachtsbraten auf der Leinwand sehe. Obwohl ich Vegetarierin bin. (WWWWWegetarian?Vegetarian!) Seitdem stehe ich auch auf Herbert Grönemeyer und City (“am Fenster”. Danach noch “The Notebook” und schon ist der Abend gelaufen.

Heimweh haben hier auch irgendwie alle. Nur ich nicht. Bis auf diesen einen Anfall. Deutschland, hassen wir uns denn wirklich so sehr? Und trotzdem ist alles nicht so einfach. V.a. das zurückkommen. Wie es aussieht, muss ich Ende Mai nach Hause. Das Semester hat dann schon zu lange angefangen, und das Wintersemester geht erst Oktober los. Im Endeffekt heißt das Kopfschuss. 4 Monate in Hollenbach, ohne München, ohne Auto, ohne Freunde die meiste Zeit. “Suizid” ist das, was bleibt, liebe Christa Wolf.

Insgesamt ist die Stimmung also eher mäßig hier, man könnte fast von einem Loch sprechen, das der Spaß hat.

Ein Lichtblick ist die sympathische Russian Society. Obwohl wir für Kyrilliza auf unsren coolen Gang-mäßigen Pullovern zu arm sind haben wir doch unseren Spaß. Anfänger Unterricht zwar, aber besser als nichts.

Mittwoch steht auch das Oktoberfest an. Das in Dublin habe ich ja verpasst aber die Deutsch Soc hat sich bestimmt was wunderbares ausgedacht. Und ich werde ein Dirndl tragen. Das ist es wert. Splendid!

Worüber sich irgendwie alle wundern, was mich wiederum wundert, ist dieser mysteriöse Ire an meiner Seite. Mal ehrlich Leute, das war doch klar! Hättet ihr ihn am Arthur's Day gesehen, hätten viele von euch die ganze Geschichte schon im Voraus erzählen können. Einfach weil er gut und gefährlich aussieht. Und genau der Typ ist, den ich unbedingt immer haben muss aber eigentlich nicht brauchen kann. Wie ungefähr 60% von dem Zeug das man bei IKEA kaufen kann oder diesen letzten Drink der immer irgendwie zu viel ist. Wie auch immer. Für die, die immer so viel fragen: Er heißt Gary Patrick Daniel Crowley, 24, und ist bestimmt nicht die Liebe meines Lebens. Also chillt mal! Aber er ist wahnsinnig lustig und niedlich und süß und v.a. deadly, rapid, gelegentlich awesome und ziemlich häufig supersplendid. Er lernt sogar deutsch für mich und schenkt mir jedes Wochenende mindestens 2 DVDs (mein Tipp: Dead Man's Shoes. Absolut genial!). Corpse Bride haben wir uns 3 mal hintereinander angeschaut. Er passt ganz fantastisch auf mich auf (manchmal vllt zu sehr) und ist auf jeden Fall lieb zu mir.

Das beste ist, wir haben die wunderbarsten Wochenenden. Freitag sind wir am Türsteher in der Students' Bar gescheitert und in einem superschicken Club gelandet, mit Kronleuchtern und Brunnen. Es ist mit unbegreiflich wie sein bester Freund Dave, der in einem riesen Haufen von stinkenden,ungewaschenen Klamotten lebt und nie nüchtern ist, darauf stehen kann. Ist jedenfalls der Stammclub von Mr. Skinny Jeans. Der Rest ist irgendwas zwischen Weißrussen, die wir angeschnorrt haben, Eifersucht und zu teuren Drinks. Am Ende hätte uns fast noch die Security erwischt. Denn, man merke, nach 12 dürfen eigentlich nur noch Einheimische nach Glenomena. Wir zahlen also ein Vermögen dafür, dass wir nicht mal entscheiden dürfen, wer in unsere Wohnung darf.

Samstag war aber noch besser. Eigentlich wollten wir nur friedlich mit Dave vorglühen und waren grade dabei Pizza zu bestellen (ich hab schon förmlich gesabbert), da kamen die bescheuersten Ideen auf. Nachdem Dave und ich uns wohl zu sehr in eine Bibel/Vegetarier/Bismarck/Shakespeare/Hitler(war übrigens KEIN Vegetarier!)-Diskussion vertieft hatten, hat mein Darling beschlossen dass wir weggehen sollten. Also haben wir Daves Bruder Evan eingepackt und sind zu viert relativ betrunken in ein 3 D Kino gegangen, wo wir uns gleich mal 2 Vorstellungen gegeben haben. Die 3 Jungs haben gekreischt wie kleine Mädchen, ich hab mich nur gewundert^^ Nach diversen Runden Pool und noch mehr Wodka mit Coke (hat das eigentlich einen Namen?) und Keksen und traurigen Erkenntnissen über Dublin (Wer schleppt seine kleinen Kinder und Babies denn ins Casino? Und warum sind hier höchstens 16 jährige um 10 schon so betrunken dass sie kaum stehen können?) haben wir einen riesen Stapel Postkarten an Passanten verschenkt, mussten Dave und Evan auf der Straße beim twisten zusehen (you twist so fine!) und sind letztendlich in The Oak gelandet. Wenn in Bayern ein Lokal Die Eiche heißt würde ich normalerweise sicher nicht DAS erwarten. Alternative Rock vom feinsten. Dazu “silly dance” von diesen deadly guys, inklusive Strip-Einlage von Evan und generell ziemlich viel nackten Männerhintern auf der Tanzfläche. Hier trinkt man auch v.a. Jager-Bums, also ein Stamperl Jägermeister in einem Glas Red Bull versenken und Ex. Ich hasse beide Zutaten aber zusammen schmeckts gut. Wirklich. Seit diesem Abend stehe ich auch auf Kings of Leon “Notion”. Das ist jetzt irgendwie “unser Lied”.

“When the music's over” von The Doors war der Eröffnungssong an dem Abend.

Den Sonntag hab ich irgendwie verschlafen und verquatscht, ich hab mein bestes in dieser Sache gegeben.

Vielleicht werde ich also eine Weile allein sein müssen.

Und das nicht alleine sein können ist hier eh ein wenig schwierig. Ich mag ihn. Sehr. Aber mein Irland-Voyeurismus passt ihm überhaupt nicht. Das wird jedes Wochenende ein Kampf. Und Gary, nur in stinkend aber gebildet, hat halt auch seinen Reiz. Damn it.

Das muss auch keiner verstehen.

Ich bin einfach nur müde.

Bis zum nächsten Mal, live von der Westcoast (Westcoast!).

Die heutige Top 5 von Dingen die ich vermisse:

1.

2.

3.

4. Brezen

5. Augustiner

12.10.10 01:24

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bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Steffi / Website (12.10.10 08:03)
.... hachja ....


russisch-b-4eva (17.10.10 21:58)
entschuldige bitte den cheesy nick, mir ist nichts besseres eingefallen, liebe, ferne komilitonin, mein hirn neigt momentan zu schrecklichen verbrennungserscheinungen, was sich überwiegend in endlosen wortreihen, die wenig sinn ergeben, und vermurxten hausarbeitsteilen ausdrückt.
ich frei

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