Arthur's Day also. Der große Erfinder des Guinness muss gebührend begossen werden! Was wir da für so traditionell gehalten haben stellt sich aber bald als ein erst seit 2 Jahren existenter Marketing-Gag von Guinness heraus, zumindest hat das der random Typ im Pub erzählt. Wir machen uns also ganz aufgeregt auf den Weg in die Stadt, in das schönste irische Pub das ich kenne. Natürlich schon brechat voll wie der Bayer sagt. Aber es war viel brauchbares Mannsvolk anwesend. in letzter Sekunde ergattern wir noch unsre 4 Guinness und mangels eines Countdowns schreit einfach irgendwann jemand laut genug "to Arthur!" und das kollektive Zuprosten nimmt seinen Anfang, wenn auch nicht genau um 17:59, aber wen kümmerts. Als echte Bayern wissen wir ein gutes Bier zu schätzen, Silvia und Mari dagegen zwingen es mehr schlecht als recht da hin wo es hinsoll.

Schnell weiter, Temple Bar! Wir begegnen wieder den Straßenmusikern aus der ersten Woche, diesmal auf Straßenbegrenzungsposten balanzierend, bei strömendem Regen. Wieder begeistert tanzende und singende Fans, und Touristen. dem Percussion Typ fällt ein Tütchen aus der Tasche. Vermutlich Kokain. Temple Bar ist zwar als Touristengegend verschrieen, ist aber wirklich schön und sicher great craic, jederzeit.

Temple Bar, das Pub dieses Mal,  hat großartige Musik aber das Warten auf eine unbekannte größere Band (Coldplay Gerüchte kursieren) lässt die Stimmung sinken. Schweigen, Hunger. Wir lassen schließlich Silvia und Mari zurück und bahnen uns wieder auf verschlungenen Wegen den Weg heim, zu unsrer ersten richtigen Hausparty vom Appartment gegenüber. Erst mal was essen, umziehen, vor die Tür. 4 random Typen sitzen rum und öffnen nicht. Vor der Tür die Menschenmenge. Irische Mädels, arrogant und feige. Ungeduld. Endlich öffnet sich unverhofft die Tür. Große Freude auf beiden Seiten. Nimmt aber bei den Mädels schneller ab als sonst wo. Freaks, auf den ersten Blick. Die Arroganz macht sich schnell davon, zurück bleibe ich, mit Vodka und Coke vereint in einer Tasse und ein paar verrückten Typen. Wenn ihn nicht einmal seine eigene Mutter versteht, wie soll ich dann da klarkommen? Nicken und lächeln. Funktioniert. Der Abend nimmt seinen Lauf, man schüttet sich aus purer Männlichkeit Vodka in die Augenhöhlen. Wirklich beeindruckend. Der gutaussehende, angetrunkene Teil wankt Richtung Student Bar, es folgen mehr oder weniger philosophische Gespräche mit einem Mädchen aus Michigan und einem Typ der aussieht wie Mr. Aprikose (er empfindet das nicht als Kompliment.). Die Piraten sind zurück, noch betrunkener. Im Grunde genommen war ohnehin von vornherein schon alles klar. 6fach gepiercte Augenbraue. An die 50 Tattoos tun ihr übriges. In Irland fragt man aber auch immer ganz höflich nach einem Kuss. Nett, aber ich sag aus Prinzip dann immer nein. Später muss ich dann noch mal nachfragen. I'm kind of seeing somebody... for one and a half years...

Nicht mein Problem. Trotzdem fühle ich mich schlecht. Aber seinen Beteuerungen, ich sei die "fucking most gorgeous woman I've ever seen" konnte ich einfach nicht widerstehen. Und sein Lieblingspräfix "super-" ist einfach zu niedlich!

Also auf gehts nach 2 Stunden Schlaf zu German und Irish. Diese verdammten Iren kennen sich besser in deutscher Geografie und Geschichte aus als ich. Und Irish ist ohnehin eine Tortur.

Schnelles Wiedersehen mit meinem irischen Piraten, immer noch vergeben. Muss ohnehin Hausaufgaben machen.

Uni im allgemeinen wird ein wenig zum Problem (Dave, einer der Piraten, ist schon seit 3 Jahren im Second Year...Feiern und Uni sind einfach Erb und Erzfeinde). Musste feststellen, dass ich mich als Deutsche im 2. Weltkriegsseminar immer noch schuldig fühle, dass Irisch einfach verrückt ist und dass der nette Englisch- "Elite"- Kurs (vollgestopft mit Deutschen) die Schule zurück in die Gegenwart zerrt.

Was ich inzwischen vermisse: deutsches Brot (frisch geschnitten, supersoft, supertasty^^), bayerische Gemütlichkeit (Arthur's Day bekam zwischenzeitlich mit "Bayern, des samma mia" in der Endlosschleife eine neue Wendung), deutsche Liebe zum System (diese Busse halten einfach wo sie wollen! Was zur Hölle?!) und aussprechbare Namen.

Soviel dazu.

"There were only two emotions: love; and hate. There was no need to puzzle out the plot." ( "Between the Acts", Virginia Woolf)


26.9.10 00:25

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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


K. / Website (30.9.10 06:56)
Ich hab es vorher gesagt und sage es wieder: Du verdirbst Irland! *g*
Aber: Erlaubt ist was Spaß macht. Und du scheinst ja ein bisschen Spaß zu haben Somit passt es ja!

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